Exposé schreiben - So überzeugst du Verlage von deinem Roman

Du möchtest deinen Roman bei einem Verlag einreichen? Dann brauchst du häufig ein Exposé. Es fasst deine Geschichte übersichtlich zusammen und hilft den Verantwortlichen dabei, dein Buch schnell einzuschätzen. Doch was gehört in ein Exposé, wie lang sollte es sein und wie fasst du einen ganzen Roman auf wenigen Seiten zusammen? In diesem Beitrag erfährst du Schritt für Schritt, wie du ein überzeugendes Exposé schreiben und übersichtlich formatieren kannst.

Inhaltsverzeichnis

Text am Laptop

Was ist ein Exposé?

Ein Exposé ist ein kurzes Dokument, das die Handlung und die wichtigsten Informationen zu deinem Buch zusammenfasst. Es vermittelt einen schnellen Überblick über die Grundidee, die Figuren und den Verlauf der Geschichte.

Verlage und Literaturagenturen erhalten viele Manuskripte. Da sie nicht jede Einsendung sofort vollständig lesen können, schauen sie sich häufig zuerst das Exposé an. So erkennen sie, worum es in deinem Roman geht und ob er grundsätzlich zu ihrem Programm passt.

Anders als ein Klappentext soll ein Exposé nicht nur neugierig machen. Es bildet die gesamte Handlung ab und verrät deshalb auch wichtige Wendungen und das Ende.

Warum ist ein Exposé so wichtig?

Das Exposé ist häufig das Erste, was ein Verlag oder eine Literaturagentur von deinem Roman liest. Auf dieser Grundlage entschieden sie, ob sie auch deine Leseprobe oder dein vollständiges Manuskript näher prüfen wollen. Wenn du ein Exposé schreibst, solltest du dir deshalb ausreichend Zeit dafür nehmen. Ein klarer Aufbau, eine verständliche Zusammenfassung und eine sorgfältige Formulierung erleichtern es den Expert:innen, deine Geschichte einzuschätzen.

Auch im Selfpublishing kann ein Exposé nützlich sein. Beauftragst du zum Beispiel ein Lektorat, ein Coverdesign oder eine Illustration, vermittelt es den Dienstleister:innen schnell einen ersten Eindruck davon, worum es in deinem Buch geht.

Was gehört in ein Exposé?

Es gibt keine allgemeingültigen Vorgaben darüber, was in ein Exposé gehört. Manche Verlage und Agenturen geben auf ihrer Webseite genau an, welche Informationen sie erwarten, wie lang das Exposé sein darf und in welchem Format du es einreichen sollst. Diese Anforderungen haben Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen. Recherchiere deshalb immer zuerst direkt beim Verlag, bevor du dein Exposé schreibst.
In den meisten Fällen enthält ein Romanexposé folgende Bestandteile:

  1. Eckdaten zum Buch
  2. Kurzbeschreibung
  3. Setting
  4. Figurenübersicht
  5. Inhaltsangabe

Nicht jeder Bestandteil ist bei jedem Roman notwendig. Die Inhaltsangabe bildet jedoch den Kern des Exposés.

1. Eckdaten zum Buch

Direkt am Anfang deines Exposés solltest du alle wichtigen Daten zu deinem Buch übersichtlich aufführen, z. B. als Stichpunkte oder in einer Tabelle. Zu den wichtigsten Daten gehören:

  • Arbeitstitel: Nenne den aktuellen Titel deines Manuskripts. Falls der endgültige Buchtitel noch nicht feststeht, kennzeichnest du ihn als Arbeitstitel.
  • Umfang des Manuskripts: Gib an, wie viele Wörter dein Manuskript umfasst. Diese Angabe ist genauer als die Anzahl der Seiten, da Seitenzahlen je nach Formatierung stark variieren können.
  • Genre: Ordne dein Werk einem möglichst konkreten Buchgenre zu. Statt nur „Roman“ zu schreiben, kannst du zum Beispiel „historischer Roman“, „romantische Komödie“, „Psychothriller“ oder „Urban Fantasy“ angeben.
  • Zielgruppe: Beschreibe kurz, für wen du das Buch geschrieben hast. Berücksichtige dabei nicht nur das Alter, sondern auch Interessen und Lesegewohnheiten. Beispiel: Lesende ab 16 Jahren, die romantische Coming-of-Age-Geschichten mit humorvollen Elementen mögen.
  • Einzelband oder Reihe: Gib an, ob dein Roman in sich abgeschlossen ist oder zu einer geplanten Buchreihe gehört. Bei einer Reihe kannst du kurz nennen, wie viele Bände vorgesehen sind und ob der erste Band eine abgeschlossene Handlung besitzt.
  • Bearbeitungsstand: Teile mit, ob das Manuskript bereits abgeschlossen ist oder du noch daran schreibst. Bei Romanen erwarten Verlage normalerweise ein fertiggestelltes Manuskript, sofern nichts anderes angegeben wird.
  • Kontaktdaten und Kurzvita: Prüfe, ob der Verlag eine Kurzvita und Kontaktdaten direkt im Exposé oder in einem separaten Dokument verlangt. In der Vita kannst du relevante Informationen zu deinem Schreiben, bisherigen Veröffentlichungen oder fachlichen Kenntnissen nennen. Ein Foto von dir als Autor:in ist in der Regel nur dann erforderlich, wenn ausdrücklich darum gebeten wird. Es sollte aktuell, gut ausgeleuchtet und professionell sein.

2. Kurzbeschreibung

Nach den Eckdaten kannst du dein Buch in wenigen Sätzen vorstellen. Diese Kurzbeschreibung vermittelt die Grundidee des Romans und zeigt, was die Geschichte besonders macht.

Sie ähnelt in ihrer Kürze einem Klappentext, erfüllt aber einen anderen Zweck. Der Klappentext soll Leser:innen neugierig machen und zum Kauf anregen. Die Kurzbeschreibung im Exposé hilft Verlagen oder Literaturagenturen dabei, das Buch schnell einzuordnen.
Beantworte darin möglichst knapp folgende Fragen:

  • Wer steht im Mittelpunkt der Geschichte?
  • Was ist das zentrale Ziel oder Problem?
  • Welcher Konflikt treibt die Handlung an?
  • Was zeichnet den Roman aus?

Die Kurzbeschreibung ist nicht immer erforderlich. Sie kann aber einen guten Einstieg in dein Exposé bieten.

3. Setting

Je nach Buch kann es hilfreich sein, kurz zu beschreiben, wann und wo die Geschichte spielt. So lässt sich die anschließende Inhaltsangabe leichter verstehen.

Bei einem Fantasyroman kannst du die wichtigsten Merkmale der imaginären Welt erklären. Bei einem historischen Roman solltest du Ort und Zeit nennen. Falls geschichtliche Ereignisse für die Handlung wichtig sind, kannst du sie knapp einordnen.

Beschränke dich auf Informationen, die zum Verständnis des Romans beitragen. Eine ausführliche Beschreibung der gesamten Welt ist im Exposé nicht nötig.

4. Figurenübersicht

Hat dein Roman viele Figuren oder komplexe Beziehungen, kann eine Figurenübersicht sinnvoll sein. Stelle darin die wichtigsten Personen kurz vor. Nenne nur Angaben, die für die Handlung relevant sind. Dazu können gehören:

  • Name des Charakters
  • Rolle in der Geschichte
  • Beziehung zu anderen Figuren
  • wichtiges Ziel
  • zentraler Konflikt
  • Entwicklung im Laufe der Handlung

Alter, Beruf oder Aussehen solltest du nur nennen, wenn sie für die Geschichte eine Rolle spielen.

Die Figurenübersicht steht am besten vor der Inhaltsangabe. So kennen die Leser:innen die wichtigsten Personen bereits, wenn sie die Inhaltsangabe lesen.

5. Inhaltsangabe

Die Inhaltsangabe ist der wichtigste Teil deines Exposés. Hier fasst du die vollständige Handlung deines Buches sachlich und verständlich zusammen. Anders als ein Klappentext soll die Inhaltsangabe keine Fragen offenlassen. Verlage und Literaturagenturen möchten erkennen, wie dein Roman aufgebaut ist, wie sich die Figuren entwickeln und ob die Handlung schlüssig ist.

Beachte folgende Punkte, wenn du die Inhaltsangabe für dein Exposé schreibst:

  • Fasse die Handlung chronologisch zusammen.
  • Konzentriere dich auf den Hauptplot.
  • Lass unwichtige Nebenhandlungen weg.
  • Nenne alle entscheidenden Wendepunkte.
  • Erkläre die Entwicklung der Hauptfiguren.
  • Verrate das Ende der Geschichte.
  • Schreibe sachlich und verständlich, nicht werblich.
  • Schreibe in der Regel im Präsens.

Cliffhanger sind in einem Exposé fehl am Platz. Die Expertin:innen sollen den gesamten Verlauf deiner Geschichte beurteilen können. Dazu gehört auch die Auflösung. Versuche außerdem nicht, jeden einzelnen Handlungsschritt aufzunehmen. Entscheidend ist, dass der rote Faden klar erkennbar bleibt.

Wie lang sollte ein Exposé sein?

Ein Exposé für einen Roman umfasst häufig etwa zwei bis fünf DIN-A4-Seiten. Die passende Länge hängt jedoch von den Vorgaben des Verlags und von der Komplexität deines Buches ab.

Als Grundregel gilt: Schreibe so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig.

Die Inhaltsangabe kann ungefähr ein bis zwei Seiten einnehmen. Bei einer komplexen Handlung darf sie etwas länger ausfallen, solange sie übersichtlich und gut verständlich bleibt. Versuche nicht, dein Exposé durch eine kleinere Schrift oder sehr enge Abstände künstlich zu verkürzen. Reduziere lieber Wiederholungen, Nebenschauplätze und Details, die für das Verständnis der Haupthandlung nicht wichtig sind. Gibt ein Verlag eine maximale Seitenzahl vor, solltest du diese unbedingt einhalten.

Wie formatiere ich ein Exposé?

Im Gegensatz zu deinem Manuskript musst du dein Exposé normalerweise nicht in Normseiten formatieren. Der Inhalt und die Übersichtlichkeit stehen im Vordergrund. Aber auch hier gilt: Wenn ein Verlag konkrete Vorgaben macht, solltest du dich an diese halten.

Für ein gut lesbares Exposé kannst du dich an folgenden Empfehlungen orientieren:

  • Format: DIN A4
  • gut lesbare Schrift: Arial, Times New Roman
  • Schriftgröße: 12 Punkt
  • Zeilenabstand: 1 ½ zeilig
  • klare Zwischenüberschriften
  • durchgängige Seitennummerierung
  • Kopf- oder Fußzeile: Name, Anschrift, Telefon, E-Mail-Adresse, Webseite
  • Dateiformat: PDF
  • Dateiname: klar zuordenbar, z. B. Nachname_Arbeitstitel_Expose.pdf
  • einseitig gedruckt (falls die Einreichung in gedruckter Form gewünscht ist)

Exposé im Selfpublishing

Wenn du dein Manuskript bei einem Verlag einreichst, ist ein Exposé häufig Teil der Bewerbung. Im Selfpublishing ist es normalerweise keine Pflicht. Trotzdem kann es dir bei verschiedenen Aufgaben helfen.

Zusammenarbeit mit Buchprofis

Ein Exposé erleichtert dir die Suche nach Buchprofis wie Lektor:innen, Illustrator:innen, oder Grafiker:innen. Die Dienstleistenden erkennen damit schnell, worum es in deinem Buch geht und ob das Projekt zu ihrer Arbeit passt.

Zugleich kann das Exposé als Grundlage für ein ausführlicheres Briefing dienen. Für das Coverdesign sind zum Beispiel das Genre, die Zielgruppe, das Setting und die Stimmung des Buches wichtig.

Überarbeitung deines Manuskripts

Auch für dich selbst kann es hilfreich sein, ein Exposé zu schreiben. Beim Zusammenfassen erkennst du häufig, ob der Handlungsverlauf schlüssig ist, Figuren nachvollziehbar handeln oder wichtige Verbindungen fehlen. Entdeckst du beim Schreiben Lücken oder Widersprüche, kannst du das Manuskript gezielt überarbeiten.

Vermarktung deines Buches

Die Informationen aus dem Exposé kannst du später für weitere Texte zum Buch Vermarkten verwenden. Dazu gehören zum Beispiel:

5 Tipps für ein überzeugendes Exposé

Wenn du ein Exposé schreiben möchtest, solltest du nicht nur auf die richtigen Inhalte achten. Auch Aufbau und Sprache spielen eine wichtige Rolle.

Tipp 1: Halte dich an die Vorgaben

Informiere dich vor dem Schreiben deines Exposés über die Anforderungen des jeweiligen Verlags oder der Literaturagentur. Manche Unternehmen geben eine bestimmte Länge, Reihenfolge oder Formatierung vor. Diese Hinweise solltest du genau beachten. Bei vielen Einsendungen kann bereits eine deutlich abweichende Bewerbung aussortiert werden.

Möchtest du dein Manuskript an mehrere Stellen schicken, brauchst du möglicherweise unterschiedliche Versionen deines Exposés. Plane dafür genügend Zeit ein.

Tipp 2: Prüfe Rechtschreibung und Stil

Ein Exposé mit vielen Rechtschreibfehlern wirkt unprofessionell. Es kann außerdem den Eindruck erwecken, dass du auch dein Manuskript nicht sorgfältig überarbeitet hast.

Lies den Text deshalb mehrmals Korrektur. Achte nicht nur auf Rechtschreibung und Grammatik, sondern auch auf lange Sätze, unklare Formulierungen und unnötige Wiederholungen. Eine automatische Rechtschreibprüfung kann dich unterstützen. Verlasse dich aber nicht ausschließlich darauf.

Tipp 3: Zeige das Besondere deines Romans

Mache deutlich, was deine Geschichte von ähnlichen Büchern unterscheidet. Dieses besondere Merkmal wird häufig als Alleinstellungsmerkmal oder USP (engl. Unique Selling Point) bezeichnet.

Das kann zum Beispiel sein:

  • eine ungewöhnliche Ausgangssituation
  • eine besondere Erzählperspektive
  • ein selten behandeltes Thema
    eine überraschende
  • Verbindung verschiedener Genres
  • ein persönlicher oder fachlicher Bezug zum Inhalt

Behaupte nicht nur, dass dein Roman einzigartig oder spannend ist. Zeige möglichst konkret, was ihn besonders macht.

Tipp 4: Hole dir Feedback

Als Autor:in kennst du dein Buch natürlich in- und auswendig. Deshalb fällt es dir nicht auf, wenn die Zusammenfassung deiner Geschichte unschlüssig wirkt. Lass dein Exposé daher von anderen Personen probelesen, beispielsweise Freund:innen, Verwandte oder andere Autor:innen. Am besten kennt mindestens eine Person dein Manuskript noch nicht.

Bitte deine Testleser:innen dabei darum, konkrete Fragen wie diese zu beantworten:

  • Ist die Handlung verständlich?
  • Wird der zentrale Konflikt deutlich?
  • Fehlen wichtige Informationen?
  • Gibt es Stellen, die verwirrend wirken?
  • Ist das Ende nachvollziehbar?
  • Was macht die Geschichte besonders?

So erhältst du Rückmeldungen, mit denen du gezielt weiterarbeiten kannst.

Tipp 5: Plane Zeit für die Überarbeitung ein

Natürlich möchtest du dein fertiges Buch, so schnell wie möglich veröffentlichen. Nimm dir trotzdem genug Zeit, ein überzeugendes Exposé zu schreiben. Lege den Text nach der ersten Fassung am besten für einige Tage beiseite, bevor du ihn überarbeitest. Das hilft dir, einen anderen Blickwinkel zu bekommen und Unstimmigkeiten leichter zu erkennen. Prüfe vor dem Verschicken außerdem noch einmal genau, ob dein Exposé den Vorgaben entspricht und alle wichtigen Angaben enthält.

Fazit

Ein gutes Exposé bringt die Handlung und die wichtigsten Informationen zu deinem Roman klar auf den Punkt. Es hilft Verlagen und Literaturagenturen dabei, dein Manuskript einzuschätzen. Im Selfpublishing kann es außerdem als Grundlage für die Zusammenarbeit mit Buchprofis und für die Vermarktung dienen.

Wenn du dein Exposé schreibst, solltest du dich auf den Hauptplot konzentrieren, alle wichtigen Wendepunkte nennen und auch das Ende verraten. Achte auf einen übersichtlichen Aufbau, eine verständliche Sprache und die Vorgaben der jeweiligen Empfänger.

Nimm dir genügend Zeit für die Überarbeitung und hole dir Rückmeldungen von anderen Personen. So entsteht ein Exposé, das deinen Roman klar, professionell und überzeugend präsentiert.

Häufige Fragen zum Exposé

Ein Klappentext richtet sich an potenzielle Leser:innen. Er soll neugierig machen und verrät das Ende normalerweise nicht. Ein Exposé richtet sich vor allem an Verlage, Literaturagenturen oder beteiligte Dienstleistende. Es stellt die Handlung sachlich dar und enthält alle wichtigen Wendepunkte sowie die Auflösung.

Ja, in der Inhaltsangabe eines Exposés solltest du das Ende deines Romans nennen. Verlage und Literaturagenturen müssen den vollständigen Aufbau der Geschichte beurteilen können.

Ja, in der Regel wird zum Exposé eine Leseprobe als separates Dokument mitgeschickt. Welche Kapitel und wie viele Seiten verlangt werden, steht meist in den Einreichungsrichtlinien. Häufig sind das etwa 10 bis 30 Normseiten vom Anfang des Manuskripts.

Nein, du musst nicht für jeden Verlag ein vollständig neues Exposé schreiben. Passe es aber an die jeweiligen Vorgaben an. Je nach Verlag können sich die gewünschte Länge, die Reihenfolge der Informationen und das Dateiformat unterscheiden.

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