Normseite einrichten - in 5 Minuten

Wenn du ein Buch schreiben oder veröffentlichen möchtest, bist du bei der Formatierung bestimmt schonmal auf den Begriff “Normseite” gestoßen. In diesem Artikel erfährst du, was eine Normseite ist, wofür du Normseiten brauchst und wie du diese ganz einfach einrichtest.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Normseite?

Die Seitenzahl eines Buches sagt oft nichts über dessen Länge aus, weil die Schriftgröße und Schriftart die Länge eines Buches beeinflusst. Wenn die Länge eines Textes wichtig ist, werden Normseiten als Längenangabe benutzt. Eine Normseite ist eine Hilfsgröße, mit der man den Umfang von Texten angeben kann. Sie werden in Verlagen oder bei der Arbeit von Journalist*innen, Übersetzer*innen und Lektor*innen verwendet. Wenn du ein Buch veröffentlichen möchtest, solltest du deshalb wissen, wie vielen Normseiten dein Buch entspricht.

Der Umfang von Normseiten wurde in einer Zeit definiert, als viele Texte noch mit Schreibmaschine geschrieben worden sind. Deshalb werden sie nicht in Zeichen, sondern in Anschlägen berechnet. Ein Anschlag ist das Drücken einer Taste, also die Verwendung von Buchstaben, Leerzeichen, Zahlen oder Satzzeichen. Der Unterschied zwischen Anschlägen und Zeichen ist, dass Zeichen unterschiedlich viel Platz auf einer Seite einnehmen. Ein Satzzeichen braucht zum Beispiel weniger Platz als ein Buchstabe. Deshalb kann die Anzahl von Zeichen in einer Reihe variieren. Eine Normseite besteht aus 30 Zeilen mit ungefähr 60 Anschlägen. Dadurch hat eine Normseite 1800 Zeichen. Es wird allerdings mit ungefähr 1500 Zeichen gerechnet, weil die Zeichenanzahl in den Zeilen durch Zeilenumbrüche verfälscht wird.

Manuskript schreiben am Laptop

Normseite einrichten: So formatierst du dein Buch

Natürlich musst du dein Buch nicht mit Schreibmaschine schreiben, damit es Normseiten entspricht. Du kannst in deinem Textverarbeitungsprogramm ganz einfach die passenden Formatangaben einstellen, um die Normseite einzurichten. Schriftart und Schriftgröße sind dabei nicht so wichtig, da du dein Dokument auch über die Seitenränder so anpassen kannst, dass ungefähr 60 Zeichen auf eine Zeile kommen.

Es ist allerdings auch sehr mühsam, die einzelnen Zeichen zu zählen und herauszufinden, welche Buchstaben einen ganzen Anschlag beanspruchen. Das geht auch einfacher, indem du eine nichtproportionale Schriftart verwendest. Bei nichtproportionalen Schriftarten benötigen alle Buchstaben den gleichen Platz und entsprechen einem Anschlag. Die beliebteste nichtproportionale Schriftart ist Courier. Bei der Formatierung einer Normseite mit Courier solltest du folgendes einstellen:

  • Schriftgröße 12
  • Seitenränder: oben 4,5 cm, unten 2,7 cm, links 2 cm, rechts 4 cm
  • Zeilenabstand: 1 ½ zeilig
  • Flattersatz
  • keine Silbentrennung
  • Kopfzeile & Fußzeile einfügen

So kannst du die Formatierungen in Word einstellen: Die Schriftart & Schriftgröße findest du direkt in der Leiste unter Start über deinem Text. Um den Flattersatz auszuwählen, klicke auf das Symbol mit den 5 horizontalen Linien in derselben Leiste und wähle die Option linksbündig. Wenn du ganz rechts in der Leiste auf weitere Optionen klickst, kannst du den Zeilenabstand auswählen. Den Seitenrand kannst du unter Layout, Seitenränder, benutzerdefinierte Seitenränder festlegen. Die Kopf- und Fußzeile fügst du unter Einfügen, Kopf- und Fußzeile einfügen ein.

Wofür werden Normseiten verwendet?

Offenes Buch

Normseiten werden verwendet, wenn die Länge eines Textes eine wichtige Rolle spielt, zum Beispiel bei Verlagen, Journalist*innen, Lektor*innen oder Übersetzter*innen. Das Honorar von Lektor*innen und Übersetzter*innen wird in der Regel pro Normseite berechnet. Wenn du ein Lektorat in Anspruch nimmst, solltest du also wissen, wie viele Normseiten dein Buch hat. Dafür müssen deine Seiten nicht zwingend als Normseite formatiert sein. Du kannst die Anzahl der Normseiten mithilfe der Zeichenanzahl deines Buches ausrechnen, indem du die Zeichenanzahl deines Buches durch 1500 (Zeichenanzahl auf Normseiten) teilst.

Anders ist das, wenn du dein Buch in einem Verlag veröffentlichen möchtest. Bei Verlagen gibt es Vorgaben, in welcher Form ein Buch bei einem Verlag eingereicht werden soll. Dazu gehört meistens die Formatierung in Normseiten. Für Verlage ist die Länge eines Buches besonders wichtig, weil sie bei unbekannten Autor*innen mit jeder Veröffentlichung ein Risiko eingehen. Je länger ein Buch ist, desto teurer ist die Produktion. Normseiten helfen den Verlagen dabei, die Produktionskosten eines Buches zu kalkulieren. Für unbekannte Autor*innen gilt deshalb, dass dein Buch in der Belletristik bessere Chancen hat, von einem Verlag angenommen zu werden, wenn es nicht länger als 400 Normseiten ist.

Normseiten im Selfpublishing

Das klingt erstmal so, als ob Normseiten nur wichtig sind, wenn du  dein Buch bei einem Verlag veröffentlichen möchtest. Allerdings können Normseiten auch im Selfpublishing wichtig sein. Wenn du für das Lektorat und Buchsatz einen Buchprofi engagierst, werden diese, wie oben beschrieben, nach Normseiten bezahlt. Zumindest auf das Lektorat solltest du als Selfpublisher*in nicht verzichten.

Eine Normseite entspricht zwar nicht dem endgültigen Buchsatz, aber es werden einige Layoutvorgaben umgesetzt, an denen du dich auch beim Buchsatz orientieren kannst, z.B. die Schriftgröße oder der Zeilenabstand. Normseiten helfen dir auch selbst, die Länge deines Buches einzuschätzen. Bei der Kalkulation deines Verkaufspreises kannst du dich, ähnlich wie Verlage, an der Länge deines Buches orientieren. Dabei solltest du beachten: je länger dein Buch, desto höher sind die Produktionskosten und somit auch der Verkaufspreis.

Text am Laptop

Das gilt für Normseiten in anderen Ländern

Die oben genannten Angaben für Normseiten gelten nicht in allen Ländern. Sie wurden vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dem Verband deutscher Schriftsteller für Deutschland festgelegt. Die Schweiz hat die gleichen Vorgaben. In Österreich hat eine Normseite dagegen 25 Zeilen mit ungefähr 40 Anschlägen, also ungefähr 1000 Schriftzeichen pro Seite. Vor allem bei Übersetzungen wird in Österreich nach Normseiten abgerechnet. Bei englischsprachigen Texten gilt, wie in Deutschland, dass eine Normseite 30 Zeilen mit 60 Anschlägen hat. Allerdings werden nicht mit 1500 Zeichen, sondern mit 1800 Zeichen gerechnet. Falls du ein Buch in einer anderen Sprache oder einem anderen Land veröffentlichen möchtest, solltest du dich also darüber informieren, welche Vorgaben für Normseiten dort gelten.

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