Facebook für Autor*innen - ein umfangreicher Guide

Facebook wird oft als sterbende Plattform bezeichnet, doch ein Blick auf die Nutzerzahlen zeigt schnell, dass dies ein Mythos ist. Facebook erfreut sich immer noch großer Beliebtheit – auch in Deutschland und auch bei der jungen Generation. Gerade als Autor*in findest du dort deine Zielgruppe. Gastautorin Katrin Hill erklärt, wie du Facebook für dich nutzen kannst.

Inhaltsverzeichnis

Was mit Facebook alles möglich ist

Bei der Fülle an Plattformen für eigenes Marketing sind es heute vor allem die Social-Media-Kanäle, auf denen sich jeder ganz einfach mit seinem Thema oder Unternehmen vorstellen kann. Generell ist es sinnvoll, sich für eine Plattform zu entscheiden und diesen Marketingkanal aufzubauen, bevor ein zweiter Kanal dazukommt. Facebook ist auch für Autor*innen eine hervorragende Plattform, um für die eigenen Leser*innen oder mögliche Verlage sichtbar zu werden. Dabei geht es um mehr, als ein neues Buch oder Manuskript zu präsentieren und eifrig die Werbetrommel zu rühren. Für mich ist Facebook noch immer die Lieblingsplattform, weil sie so viele Möglichkeiten bietet:

  • Facebook-Profil, um auf Facebook zu netzwerken und Freunde zu gewinnen.
  • Facebook-Seite, um dein Buch oder dein Autorenleben zu präsentieren.
  • Facebook-Gruppe, um die eigene Community persönlich zu betreuen.
  • Facebook-Werbeanzeigen, um zielführend genau die eigenen Leser*innen zu erreichen.
  • Facebook-Communityaufbau, um spielerisch und individuell Vertrauen aufzubauen.
arbeiten am Laptop

Viele Autor*innen fühlen sich überfordert mit Facebook. Wo kannst du ansetzen und wie kannst du Facebook nutzen, um dich dort als Autor*in zu zeigen?

Sichtbarkeit mit einer Facebook-Seite

Das Facebook-Profil, auf dem du Freunde hast, eignet sich natürlich, um über die eigene Arbeit zu sprechen. Es sollte aufgrund der Nutzungsbedingungen von Facebook allerdings nicht gewerblich genutzt werden. In diesem Fall ist es besser, eine Fanpage zu eröffnen – auch mit Blick auf das eigene Mindset als professionelle*r Autor*in, denn du möchtest mit deiner Arbeit Geld verdienen.

Eine Facebook-Seite, auf der man Fans hat, hält viele Marketingaktivitäten inklusive statistischer Auswertungen für dich als Autor*in bereit. Entweder man erstellt eine Facebook-Seite oder man dupliziert das Profil und wandelt es in eine Seite um. Das ist vor allem dann empfehlenswert, wenn unter den Freunden auf dem Profil schon viele Geschäftskontakte, Multiplikatoren oder potenzielle Käufer*innen sind. Da dieser Schritt nur einmal möglich ist, ist es durchaus sinnvoll, über das Profil die Freundschaften auf- und auszubauen und dann zu entscheiden, welche Personen auch Interessent*innen an der eigenen Arbeit und Leser*innen sind, und diese mitzunehmen. Eine detaillierte Anleitung, wie man aus seinem Profil eine Fanpage machst, findest du auf meinem Blog. Besteht bereits eine Facebook-Seite, kann sie in einem zweiten Schritt mit dem duplizierten Profil zusammengelegt werden, um auch diese Fans nicht zu verlieren.

Datenschutz und Sicherheit nicht vergessen: Sobald du dein Facebook-Profil nutzt, um über deine Arbeit als Autor*in zu sprechen, musst du hier den Datenschutz beachten und auf ein Impressum verweisen. Dazu eignet sich der Infobereich, in dem die entsprechenden URLs der eigenen Website verlinkt werden.

Die wesentlichen Kriterien einer Facebook-Seite

Deine Fanpage wird nur von Menschen aufgerufen, die schon einmal von dir gehört oder etwas von Ihnen gelesen haben – und die sich dann überlegen, ob sie dir auf Facebook folgen möchten. Deshalb ist es erst einmal wichtig, auch über die Suche gefunden zu werden oder in der Seitenleiste potenziellen Leser*innen vorgeschlagen zu werden. Das geht natürlich sehr gut über den Namen, kann aber auch über den Buchtitel (sofern der schon bekannt ist) funktionieren oder das Genre. Das zweite wichtige Kriterium ist das Profilbild der Seite, welches idealerweise ein Foto von dir oder dem Buch ist (wenn es der Namensgeber der Seite ist).

Sich als Autor*in auf Facebook zeigen

Da Facebook grundsätzlich eine Plattform für den Austausch zwischen Menschen ist, rate ich dazu, eine Personenmarke aufzubauen. Denn als Autor*in kannst du den gesamten Schreibprozess für dein Marketing nutzen und viele Geschichten aus deinem Alltag erzählen. Du kannst:

  • einen Blick hinter die Kulissen und in dein Arbeitszimmer erlauben.
  • von deinen Herausforderungen oder Hürden beim Schreiben berichten.
  • Deine Leser*innen an der Entwicklung der Figuren teilhaben lassen.
  • von deinen Lesereise berichten.
auf Slack arbeiten

Es ist ein Weg, sich eine Leserschaft und eine Community auf einer Social-Media-Plattform aufzubauen. Du kannst gar nicht früh genug damit anfangen, immer wieder kleine Häppchen der Story und der Entstehungsgeschichte mit den Leser*innen zu teilen. Diese Marketingstrategie kennen wir alle aus der Kinobranche, wo lange vor Erscheinen des Films bereits mit ersten Trailern die Neugier auf den Film und die Vorfreude angefacht werden. Idealerweise lernen deine Leser*innen so auch dich als Autor*in immer besser kennen und sind nicht nur Fans deiner Bücher, sondern auch deiner Person.

Hier hilft es auch, sich selbst zu fragen, was würde mich denn bei meinen Lieblingsautor*innen oder Vorbildern interessieren? Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass es deinen Leser*innen ähnlich geht. Und selbstverständlich kannst du deine Zielgruppe und Leser*innen auch direkt fragen, was sie von dir wissen möchten.

Facebook strategisch als Autor*in nutzen

Damit Leser*innen dich kennenlernen und dein Buch überhaupt finden können, brauchst du eine Strategie für Sichtbarkeit auf Facebook. Ich empfehle gerne, sich ein Vorbild zu nehmen an einer Person, die schon weiter ist als man selbst. Es ist eine riesige Motivation und ermöglicht vor allem, Dinge und Methoden auszuprobieren. Lasse dich auch von anderen Seiten und Menschen inspirieren – wir müssen nicht alles neu erfinden:

  • Was machen andere Personenmarken richtig gut?
  • Wie sind die Reaktionen auf Beiträge?
  • Was davon kann man auf der eigenen Facebook-Seite umsetzen oder zumindest einmal ausprobieren?

Das können andere Kreative aus den Bereichen Fotografie, Grafikdesign, Musik, Kunst oder Schauspielerei sein. Werfe ruhig auch einen Blick über den großen Teich und schaue, wie es die amerikanischen Autor*innen machen und überlege dir anschließend, was du für dich übernehmen kannst. Wichtig ist: nicht kopieren, sondern inspirieren lassen und auf die eigene Person, das eigene Thema anpassen. Meine Beobachtung und Erfahrung ist, dass eine Kombination aus professionellen und persönlichen Beiträgen bei der Community sehr gut ankommt. Denn wir wollen wissen, wer ist der Mensch hinter einem Produkt, einer Dienstleistung – und auch: Wer ist dieser Autor/diese Autorin, die mir so spannende, interessante oder lehrreiche Lesestunden beschert eigentlich?

Viele Autor*innen machen den Denkfehler zu glauben, sie seien bei den ersten Büchern noch nicht bekannt genug. Änder die Perspektive und die Einstellung dazu: Behandel vom ersten Fan und Leser an deine Community wertschätzend und interessiere dich für sie. Beantworte ihre Fragen oder Kommentare.

Neue Leser*innen auf Facebook gewinnen

Das Ziel der Beiträge auf Facebook ist, dass sie gelesen, kommentiert und geteilt werden. So sehen die Freunde unserer Freunde die Beiträge und wir gewinnen Sichtbarkeit. Sehr gut eignen sich Kooperationen mit Personen, die schon eine höhere Anzahl an Fans haben, um schneller bekannt zu werden. Die Fragen sind also:

  • Wen kennst du, den du zu einem Autorengespräch oder einem Hintergrundbericht interviewen kannst?
  • Wer kennt dich und teilt deine Beiträge, empfiehlt dein Buch?
  • Kannst du ein Gewinnspiel initiieren oder eine Schnitzeljagd mit Bildern deines Buches?
  • Wie kannst du auch Veranstaltungen nutzen, um dich mit deiner Community zu vernetzen?
  • Auf welchem Blog kannst du von deinem Schreiballtag erzählen?

Mit Facebook-Anzeigen kannst du deine organische Reichweite erhöhen. Da die Beiträge nie allen unseren Fans gezeigt werden (der Algorithmus entscheidet mit), kannst du mit kleinem Budget dafür sorgen, dass ein Beitrag, der wirklich gut funktioniert hat (viele Interaktionen, Kommentare und Likes), allen Fans gezeigt wird oder Personen, die deinen Fans ähnlich sind.

Zeige dich auf Facebook!

Kaum etwas hilft so sehr, auf Facebook sichtbar zu werden, wie Live-Videos. Das ist für viele ein schwieriges Thema, weil sie sich zu viele Gedanken machen (auch über die Technik). Fange mit dem Handy an, die Kamera und das Mikrofon reichen völlig aus. Viele Ängste überwinden wir beim Tun, das gilt hier auch. Mache kurze drei- bis vierminütige Videos zu Beginn und übe. Es ist immer wieder erstaunlich, wie groß die Blockaden in unserem Kopf sind. Viele Fans verzeihen „Fehler“ oder Aufregung, einfach weil sie uns menschlich manchen.

etwas darstellen am Laptop

Auf der anderen Seite braucht es etwas Zeit, bis sich unsere Fans daran gewöhnt haben, dass wir Videos machen und sie darauf reagieren. Ein bisschen Geduld und viel Spaß am Ausprobieren sind der beste Weg, um die Scheu vor der Öffentlichkeit auf Facebook zu verlieren. Ganz allmählich findest du heraus, was deine Fans mögen und zu welchen Zeiten sie live sind und kommentieren. Mein Tipp: Setze dir selbst eine 14-Tage-Challenge und poste jeden Tag zwei Wochen lang ein kurzes Video. Du gewöhnst dich so an die Technik und überlistest deinen Kopf.

Mit den Facebook-Stories kannst du ebenfalls starten und ein paar Dinge ausprobieren. Der Vorteil hier: Die Videos sind nach 24 Stunden gelöscht. Ein weiteres Argument dafür ist, dass aufgrund der begrenzten Abrufmöglichkeit, viel eher von den Fans darauf reagiert wird. Möchtest du, dass bestimmte Stories länger leben, kannst du sie deinen Highlights zufügen.

Mit einem Mini-Redaktionsplan gut vorbereitet

Um im Schreiballtag nicht zu viel Zeit mit der Contentsuche und Social Media zu verlieren, empfehle ich einen Mini-Redaktionsplan zu erstellen. Darin legst du einmal fest, an welchen Tagen du überhaupt postest und am besten auch, welche Themen. Das kann so aussehen: Montags postest du ein Bild von deinem Schreibtisch, mittwochs einen kleinen Textauszug und freitags etwas Persönliches. Genauso eignen sich Infos zu Presseberichten, Fototerminen, Weiterbildung oder auch, was du Interessantes auf anderen Blogs entdeckt hast oder wie du dich weiterbildest.

Regelmäßigkeit ist das A und O auf Facebook – ich empfehle zwei- bis siebenmal die Woche Beiträge zu posten. Mit dem Redaktionsplan hast du ein variables Gerüst. Am besten legst du einen Termin fest, an dem du Beiträge für eine Woche vorbereitest.

Hilfreiche Tools und Inspirationsquellen für Beiträge

Die vorbereiteten Beiträge kannst du direkt auf Facebook vorplanen und dann am besten einmal am Tag hineinschauen und auf Kommentare oder Frage antworten. Mit der Zeit sammelt sich so eine Fülle an Content an. Bestimmte Themen oder Zitate eignen sich für wiederholtes Posten, da ja nie alle unsere Fans alle Beiträge sehen.

  • Mit Recurpost kannst du solchen Evergreen-Content automatisiert in einem vorher definierten Abstand posten lassen.
  • Auf www.buzzsumo.com kann man sich die Website solcher Vorbilder anzeigen lassen und gucken, welche Beiträge und Themen gut funktioniert haben. Was lässt sich auf das eigene Autorenleben oder das Thema des nächsten Buches übertragen?
  • Auf der eigenen Facebook-Seite kannst du in den Insights (den Statistiken) andere Facebook-Seiten eingeben, die du im Auge behalten möchtest und gucken, welche Beiträge aktuell hohe Interaktionsraten erzielen.
  • Über unseren Beitrag Google für Autor*innen findest du hilfreiche Keywords für dich als Autor*in. 

Ich lade dich ein, mit meiner Unterstützung eine Mini-Offensive auf Facebook zu starten: In meiner Reichweiten-Challenge bekommst du 5 Tage – 5 Aufgaben – 5 Chancen, dich deiner Zielgruppe zu zeigen! Wir sehen uns auf Facebook.

katrin hill
Katrin HillGastautorin
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Katrin Hill ist leidenschaftliche Facebook-Marketing-Expertin und hilft ihren Kunden, den Facebook-Marketing-Dschungel zu durchbrechen.

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